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Aufzug

RL 2014/33/EU: Aufzugsrichtlinie

Die Aufzugsrichtlinie (vom 26. Februar 2014) regelt die Inverkehrbringung von Aufzügen und Sicherheitsbauteilen in der europäischen Union. Sie gilt für alle Personen- und Lastenaufzüge, die in ein neues oder ein bestehendes Gebäude eingebaut werden und die zur Personen- und Güterbeförderung dienen. Zusätzlich muss der Aufzug einen geschlossenen, betretbaren Fahrkorb besitzen, in einem Gebäude dauerhaft eingebaut sein und in einer räumlich vollständig festgelegten Bahn fortbewegt werden, die gegenüber der Horizontalen um mehr als 15° geneigt ist.


RL 2006/42/EG: Maschinenrichtlinie

Die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG ist seit 29. Dezember 2009 verbindlich anzuwenden. Unter einer Maschine versteht man eine mit einem anderen Antriebssystem als der unmittelbar eingesetzten menschlichen oder tierischen Kraft ausgestattete oder dafür vorgesehene Gesamtheit miteinander verbundener Teile oder Vorrichtungen, von denen mindestens eines bzw. eine beweglich ist und die für eine bestimmte Anwendung zusammengefügt sind. Im Wesentlichen fallen Kleingüter, Güter und unvollständige Maschinen darunter z.B. Bausätze.

National: Geräte- und Produktsicherheitsgesetz GPSG plus zusätzliche Verordnung 9. Geräte und Produktsicherheitsverordnung vom 29.12.2009 zum GSPG


DIN EN 13015: Instandhaltung von Aufzügen und Fahrtreppen

Die von dieser europäischen Norm behandelten Aufzugsanlagen müssen in Übereinstimmung mit den Anweisungen des Montagebetriebs funktionsfähig gehalten werden. Um dies zu erreichen und insbesondere die Sicherheit der Aufzugsanlage sicherzustellen, muss eine regelmäßige Instandhaltung durchgeführt werden.

Die Sicherheit einer Aufzugsanlage muss die Möglichkeit der Durchführung einer Instandhaltung ohne Verletzungs- und Gesundheitsgefahr beinhalten. Der Eigentümer/Betreiber der Anlage muss darüber informiert werden, dass die Qualifikation des Instandhaltungsunternehmens den Vorschriften des Landes, in dem die Anlage betrieben wird, entspricht; bestehen keine Vorschriften, kann die Qualifikation durch ein eingeführtes Qualitätssystem nach EN ISO 9001 sichergestellt werden.


DIN EN 81-1: Sicherheitsregeln für die Konstruktion und den Einbau von Aufzügen zum Transport von Personen oder Personen und Lasten

Teil 1: elektrisch betriebene Personen – und Lastenaufzüge mit Treibscheibenantrieb. Der Ersatz der TRA 200 stellt entsprechende Anforderungen an Aufzüge und deren Komponenten sowie die baulichen Belange wie z.B. Schachtwände, -decke und -böden sowie Schutzräume im Schacht und die Aufstellungsräume für Triebwerk und Steuerung. Die nationalen Anforderungen wurden in der bereits dritten Auflage weitestgehend berücksichtigt. Die Festlegungen der Feuerwehraufzüge, die ehemals in der TRA geregelt waren, sind in separaten Normen geregelt.


DIN EN 81-20: Sicherheitsregeln für die Konstruktion und den Einbau von Aufzügen für den Personen- oder Personen und Gütertransport

Zur Erhöhung der Sicherheit von Aufzugnutzern, Servicetechnikern und Prüfpersonal hat das Europäische Komitee für Normung (CEN) zwei neue Normen verfasst. DIN EN 81-20 regelt die Konstruktion und den Einbau von Aufzügen für den Personen- und Gütertransport. DIN EN 81-50 legt die Prüfungen und Berechnungen von Aufzugskomponenten fest. Aufgrund einer vom CEN beschlossenen Übergangsregelung gilt bis zum 31.8.2017 die sogenannte Konformitätsvermutungswirkung für DIN EN 81-20/50 und DIN EN 81-1/2. Bis dahin können Seilaufzüge weiterhin nach der DIN EN 81-1 und Hydraulikaufzüge nach der DIN EN 81-2 in Verkehr gebracht werden. Ab dem 1.9.2017 gilt nur noch das neue Regelwerk DIN EN 81-20/50, welches für Seil- und Hydraulikaufzüge gilt.


DIN EN 81-28: Fern-Notruf für Personen- und Lastenaufzüge

Anforderungen an Notrufsysteme, die bei jedem neuen Personen- und Lastenaufzug eingesetzt werden müssen. Die genannten normativen Anforderungen gelten für Teile des Aufzugssystems.

Der informative Anhang gibt Empfehlungen für die Organisation der Notrufzentrale und der Befreiungsorganisation. Diese Norm behandelt auch den Mindestumfang der Informationen, die der Betreiber bezüglich der Instandhaltung und der Personenbefreiung zur Verfügung stellen muss. Entsprechende nationale Regelungen für den Betrieb von Aufzugsanlagen können höhere Anforderungen an die Notrufzentrale und die Befreiungsorganisation stellen (s. auch TRBS 2181 und VDI 4705).


DIN EN 81-58: Prüfverfahren für die Feuerwiderstandsfähigkeit von Aufzugsschachttüren

Diese Norm enthält die speziellen Prüfverfahren für die Feuerwiderstandsfähigkeit von Aufzugsschachttüren. Die Klassifizierungssysteme werden für Türen nach den Kriterien Raumabschluss (E), Wärmedämmung (I) und Strahlung (W) für verschiedene Zeiten (z.B. E 90 oder EI 60) definiert. Jedes Land in Europa kann auswählen, welche Brandschutzklasse der Tür für verschiedene Gebäudearten erforderlich ist. In Deutschland ist dies über die Bauregelliste E 30, E 60 und E 90 in Abhängigkeit von der Gebäudeklasse gefordert. Alternativ können für einen Übergangszeitraum in vielen Ländern noch Türen nach nationalen Prüfnormen und Bescheinigungen eingesetzt werden, z.B. in Deutschland nach DIN 18090/91 oder DIN 4102- Teil 5.


DIN EN 81-70: Aufzüge für Personen mit Behinderungen

Diese Norm behandelt, wie die DIN 18024, zusätzliche Einrichtungen für Personen mit Behinderungen. Die festgelegten Werte betreffen unter anderem die Breite der Türen, die Größe des Fahrkorbs, die Anordnung des Handlaufes, die Haltegenauigkeit, Anordnung, Größe und Ausführung der Befehlsgeber und Anzeigen, allgemeine Erläuterungen sowie zu den berücksichtigten Behinderungen Leitfäden für Allergie verursachende Werkstoffe und kontrastreiche Gestaltung von Befehlsgebern und Anzeigen. Auch Anforderungen an Zehnertastaturen sowie waagerechte Anordnung von XL-Tastern für besondere Fälle werden dort geregelt.


DIN EN 81-71: Schutzmaßnahmen gegen mutwillige Zerstörung

In dieser Vorschrift werden Schutzmaßnahmen gegen mutwillige Zerstörung beschrieben. Es findet eine Einordnung der Aufzüge in Vandalismuskategorien 0, 1 und 2 je nach Schwere der zu erwartenden mutwilligen Zerstörung statt. Es werden technische Anforderungen an Festigkeit, Feuerwiderstandsfähigkeit, Widerstand gegen aggressive Flüssigkeiten, gewalttätiges Eindringen, usw. der Vandalen zugänglichen Komponenten gemacht.

Ein informativer Anhang enthält Hinweise zur Einschränkung des Vandalismus und zeigt entsprechend mögliche Maßnahmen des Herstellers oder des Betreibers.


DIN EN 81-72: Feuerwehraufzüge

Diese Norm gilt für Feuerwehraufzüge, die nach Erkennung eines Brandes zunächst in die Feuerwehrzugangsebene fahren (Phase 1) und nach Eintreffen der Feuerwehr zur Brandbekämpfung und Rettung von Personen zur Verfügung stehen (Phase 2).

Es werden Anforderungen an folgende Komponenten gestellt: Anordnung und Gestaltung der Vorräume, besondere Bedienelemente und Anzeigen in der Steuerung, Einrichtungen an Zugängen im Fahrkorb und im Schacht und deren mögliche Empfindlichkeit gegen Wärme, Rauch und Wasser sowie technische Einrichtungen zur Befreiung von Eingeschlossenen und Stromversorgung.


DIN EN 81-80: Erhöhung der Sicherheit bestehender Personen- und Lastenaufzüge

Hier werden die Regeln zur Erhöhung der Sicherheit bestehender Personen- und Lastenaufzüge festgelegt. Aufgelistet werden 74 typischen Gefährdungen, die bei bestehenden Aufzügen in Europa vorhanden sein können.

Eine Checkliste zur Identifizierung der Gefährdungen an bestehenden Anlagen und beispielhafte Maßnahmen zu deren Beseitigung ist enthalten. Beispielhaft werden Prioritäten und Zeitpläne zur Umsetzung der Maßnahmen aufgezeigt. Verfahren zur Nachbewertung (Filterung) der Risiken auf Basis bereits vorhandener nationaler Anforderungen werden dargelegt.


BetrSichV: Betriebssicherheitsverordnung

Der original Text lautet: “Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Bereitstellung von Arbeitsmitteln und deren Benutzung bei der Arbeit, über Sicherheit beim Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen und über die Organisation des betrieblichen Arbeitsschutzes“. Aus dieser Verordnung ergeben sich für den Betreiber eine große Zahl an Aufgaben u.a.: der Betrieb, die Änderung und die wesentliche Veränderung einer überwachungsbedürftigen Anlage, befähigte Personen und Prüffristen sowie die Berücksichtigung der möglichen Gefährdungen und viele mehr. Umgesetzt wird die BetrSichV in den jeweiligen TRBS. Die BetrSichV muss seit dem 31. Dezember 2007 umgesetzt sein. Dabei ist insbesondere auf die Durchführung einer sicherheitstechnischen Bewertung bzw. einer Gefährdungsbeurteilung von Bedeutung (s. auch TRBS 1111).


TRBS: Technische Regeln für Betriebssicherheit

Die Technische Regel für Betriebssicherheit (TRBS) gibt dem Stand der Technik, der Arbeitsmedizin und Hygiene entsprechende Regeln und sonstige gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse für die Bereitstellung und Benutzung von Arbeitsmitteln sowie den Betrieb überwachungsbedürftiger Anlagen wieder. Sie wird vom Ausschuss für Betriebssicherheit (ABS) ermittelt und vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales im Bundesarbeitsblatt bekannt gemacht.


TRBS 1111: Gefährdungsbeurteilung und sicherheitstechnische Bewertung

Erläuterung über die Vorgehensweise bei der Bewertung der Gefährdungen sowie der Ableitung von Maßnahmen zur sicheren Bereitstellung, Benutzung und Betrieb von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen wie z.B. Aufzüge. Die sicherheitstechnische Bewertung enthält genau wie die Gefährdungsbeurteilung die Ermittlung und Bewertung der an einer Anlage vorhandenen Gefährdungen sowohl für Personen als auch für Sachen.


TRBS 1121: Änderungen/ wesentl. Veränderungen an Aufzügen

Mit der Einführung der TRBS 1121 wurde die TRA 006 und der Umbaukatalog abgelöst. Sie schreibt Maßnahmen und Prüfungen vor, die bei Erneuerungen und Änderungen sowie wesentlichen Veränderungen an Personen- und Lastenaufzügen sowie teilweise an Umlaufaufzügen zu berücksichtigen sind. Bei Änderung und teilweise auch bei Erneuerung einer Komponente muss diese sowie angrenzende Bauteile auf den Stand der Technik gebracht werden (EN 81). Eine ergänzende Handlungsanleitung mit Begriffsdefinitionen, Erläuterungen und Hinweisen befindet sich in der Vorbereitung.


TRBS 1201: Prüfung von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen

Prüfungen sind für den Betreiber notwendige Maßnahmen, die er zum Schutz Dritter in seiner sicherheitstechnischen Bewertung festlegt. Dies betrifft alle Prüfungen die zur Einhaltung des ordnungsgemäßen Zustandes gemäß der Betriebssicherheitsverordnung erforderlich sind. Unter Prüfung versteht die TRBS die Abweichung zwischen Ist- und Soll-Zustand und die daraus resultierende Bewertung und Festlegung der damit verbundenen Maßnahmen.


TRBS 1203: Befähigte Personen nicht überwachungsbedürftiger Anlagen

Allgemeine Anforderungen an die Qualifikation und Weisungsfreiheit von befähigten Personen, die zur Prüfung nicht überwachungsbedürftiger Anlagen eingesetzt werden können. In den Teilen 1 bis 3 sind präzisere Anforderungen an befähigte Personen für Explosionsgefährdungen, Druckgefährdungen und elektrische Gefährdungen festgelegt. Teil 4 für befähigte Personen bei fördertechnischen Anlagen ist in Vorbereitung. Auch in der VDI 4068 wird die befähigte Person definiert.


TRBS 2111: Mechanische Gefährdungen

Hier werden allgemeine Anforderungen, die von mechanischen Gefährdungen ausgehen können, und die damit verbundenen Maßnahmen beschrieben. Bei den Maßnahmen wird wie in der TRBS 1111 die grundsätzliche Rangfolge noch einmal bestätigt: technische Maßnahmen vor organisatorischen Maßnahmen vor persönlichen Maßnahmen.


TRBS 2181: Schutz vor Gefährdungen beim Eingeschlossensein in Personenaufnahmemitteln

Die TRBS 2181 behandelt Gefährdungen die beim Eingeschlossensein in verschiedenen Personen- und Lastenaufnahmemitteln, u.a. in Fahrkörben von Aufzügen, für die Benutzer entstehen können. Allgemeine Vorgehensweise zur Ermittlung und Bewertung der Gefährdungen sowie Ableitung geeigneter Maßnahmen für den Betreiber. Technische Maßnahmen für Aufzuganlagen in Anhang A. Die nicht mehr gültige TRA 106 wurde in Anhang A weitgehend übernommen.


VDI 2566: Schallschutz bei Aufzugsanlagen ohne Triebwerksraum

Richtlinie VDI 2566 Blatt 2:

Diese Richtlinie gilt für Personen- und Lastenaufzüge gemäß den technischen Regeln für Aufzüge in Gebäuden mit Anforderungen nach DIN 4109. Sie enthält Hinweise für die Messung von Geräuschen, Grenzwerte für die Geräuschemission der Aggregate und Empfehlungen für den baulichen Schallschutz. Danach sollen u. a. „schutzbedürftige Räume“ wie Schlaf-, Kinder- oder Wohnzimmer nicht unmittelbar an den Aufzugsschacht grenzen. Weiterhin ist eine Schachtwandmasse von mindestens 490 kg/m3 vorgesehen, was in etwa einer Betonwand von 21 cm bzw. einer gemauerten Wand von 30 cm Stärke entspricht. Für sensible Räume im Haus gilt in letzter Konsequenz: Ein Aufzug darf dort nicht lauter zu hören sein, als ein moderner Kühlschrank brummt.


VDI 3810: Betreiben und Instandhalten von gebäudetechnischen Anlagen

Der Zweck dieser Richtlinie ist es, den bestimmungsgemäßen Betrieb von Aufzügen als Verbund mit gebäudetechnischen Anlagen bei Gewährleistung der Sicherheit für Mensch und Umwelt zu beschreiben. Sie gibt Betreibern Empfehlungen für den sicheren, bedarfsgerechten und wirtschaftlichen Betrieb von Aufzügen und berücksichtigt die Wirksamkeit der gesetzlichen und normativen Forderungen, den Arbeitsschutz, die Sicherheit und den Umweltschutz (ASU) und spezifische Leistungsanforderungen. Darüber hinaus gibt die Richtlinie Empfehlungen zur Betreiberverantwortung, zur Minderung des Haftungsrisikos, zum Betreiben der Aufzüge nach dem „Stand der Technik“, zu beigestellten Produkten, z.B. Brandmeldeanlagen und zu Anforderungen an Aufzüge mit besonderen Aufgaben, z.B. Evakuierung, Rettung von Personen, Feuerwehraufzug.


VDI 4707: Energieeffizienz von Aufzugsanlagen

Das Ziel der VDI 4707 ist, die Beurteilung und Kennzeichnung für den Energiebedarf und -verbrauch von Aufzugsanlagen nach einheitlichen Kriterien festzulegen und transparent darzustellen. Mit der Festlegung der Nutzungskategorie und der Ermittlung des Stillstands sowie des Fahrtverbrauchs werden die für den Betreiber wichtigen Kriterien erfasst, um seinen Aufzug energetisch bewerten und für sein Gebäude eine geeignete Wahl treffen zu können. Hiermit ergibt sich auch die Möglichkeit, im Gespräch mit dem Planer oder Betreiber alle Maßnahmen festzulegen, die einen energetisch sinnvollen Betrieb unterstützen. Betriebszeiten, verschiedene „Sleep“-/Standby-Modi oder die Wahl geeigneter Beleuchtungen sind einige Beispiele für gemeinsame Festlegungen. Die Richtlinie gilt für neue Personen- und Lastenaufzüge, kann aber auch für bestehende Anlagen zur Bewertung herangezogen werden.


VDI/VDMA 4705: Notrufmanagement

Die Richtlinie behandelt die Planung des Notrufmanagements für die organisatorische und technische Abwicklung der Notrufe, die von in Aufzügen eingeschlossenen Personen abgegeben werden. Sie zeigt auf, wie für Aufzüge Verantwortliche es sicherstellen können, dass keine Personen durch das unnötig lange Eingeschlossensein in Aufzugsanlagen zu Schaden kommen, weil es organisatorische oder technische Schwächen im Prozessablauf gibt. Sie leistet einen Beitrag, um alle am Prozess Beteiligten zu sensibilisieren, Risiken für den Aufzugnutzer zu verhindern.